München hat eine neue Verwaltungsspitze. In der ersten Vollversammlung des neuen Stadtrats am vergangenen Montag wurde Dominik Krause die goldene Amtskette des Oberbürgermeisters umgehängt. Mona Fuchs (Grüne) und Verena Dietl (SPD) wurden zu stellvertretenden Bürgermeisterinnen gewählt.
Die Wahl der beiden Stellvertreterinnen ist ein Ergebnis des Koalitionsvertrages für die kommenden sechs Jahre. Nachdem Volt frühzeitig aus den Verhandlungen ausgestiegen ist, haben Grüne, SPD, Rosa Liste, FDP und die Freien Wähler sich auf 34 Seiten darüber verständigt, wie München in Zukunft regiert werden soll. Der vollständige Vertrag findet sich hier.
Dass sich diese fünf Parteien bzw. Gruppierungen zusammengefunden haben, erscheint mir durchaus überraschend. Denn bislang waren ihre inhaltlichen Standpunkte in vielen Bereichen der Münchner Kommunalpolitik, insbesondere in der Verkehrspolitik, eher konträr. Während Grüne und SPD nachdrücklich die Verkehrswende betrieben haben, weg vom Auto, hin zu mehr Radverkehr und ÖPNV, haben sich FDP und Freie Wähler regelmäßig gegen eine Neuaufteilung des Straßenraumes zulasten des Autoverkehrs ausgesprochen.
Als letzter Punkt auf der Tagesordnung der Vollversammlung am Montag konnte man jedoch erkennen, dass die Koalitionsdisziplin – jedenfalls bislang – wirkt. Denn FDP und Freie Wähler haben einem weitreichenden Umbau der Martin-Luther-Straße in Giesing zugestimmt. Wie im folgenden Beitrag erläutert wird, verliert dadurch der Autoverkehr in beiden Richtungen jeweils eine Fahrspur zugunsten einer großzügigen Radwegverbindung von der Tegernseer Landstraße zum Giesinger Berg.
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