{"id":504,"date":"2020-10-22T14:32:31","date_gmt":"2020-10-22T14:32:31","guid":{"rendered":"http:\/\/stadtratsberichte.de\/?p=504"},"modified":"2020-10-23T12:01:30","modified_gmt":"2020-10-23T12:01:30","slug":"corona-in-muenchen-die-aktuelle-lage-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtratsberichte.de\/?p=504","title":{"rendered":"Corona in M\u00fcnchen &#8211; die aktuelle Lage der Stadt"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer sich \u00fcber die Corona-Lage in M\u00fcnchen informieren will, findet auf <a href=\"https:\/\/www.muenchen.de\/rathaus\/Stadtinfos\/Coronavirus-Fallzahlen.html\">muenchen.de<\/a> gut aufbereitete Informationen. Der Verlauf der Infektionszahlen in der ersten und zweiten Welle l\u00e4sst sich dort tagesgenau verfolgen, ebenso die lokale 7-Tage Inzidenz sowie die Altersverteilung der Infizierten und die Anzahl der an der Pandemie verstorbenen Mitb\u00fcrger. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man jedoch genauer wissen m\u00f6chte, wie sich die Situation in den Kinderg\u00e4rten, den Schulen und den Krankenh\u00e4usern der Stadt entwickelt, kommt man nicht weiter. Daher hat das Kreisverwaltungsreferat in der gestrigen Vollversammlung dem Stadtrat einen detaillierten Lagebericht pr\u00e4sentiert, dessen wichtigste Erkenntnisse und Schaubilder im Folgenden zusammengefasst und kommentiert werden:<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den internen Gebrauch hat die Stadtverwaltung inzwischen ein sogenanntes Dashboard entwickelt, das den Stadtr\u00e4ten exemplarisch mit den Werten des 20. Oktobers gezeigt worden ist:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"582\" src=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-1024x582.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-506\" srcset=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-1024x582.png 1024w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-300x170.png 300w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-768x436.png 768w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-1536x872.png 1536w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-2048x1163.png 2048w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-2-1-1200x682.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Das interne Dashboard der Stadtverwaltung zur Corona Lage zum 20. Oktober<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferats erhalten damit tagesgenau einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuellen Fallzahlen (aktuell ca. 100 &#8211; 200 Neuinfektionen), die Anzahl der Tests (gegenw\u00e4rtig etwa 1000 &#8211; 2000 pro Tag), die Entwicklung des R-Wertes (zur Zeit deutlich \u00fcber 1) und Detailinformationen zur Belegung von Krankenhausbetten und der Infektionslage in KITAs und Schulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Situation in M\u00fcnchens Kliniken zeigt folgendes Schaubild:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"578\" src=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1024x578.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-507\" srcset=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1024x578.png 1024w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-300x169.png 300w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-768x433.png 768w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1200x677.png 1200w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22.png 1301w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Belegung der M\u00fcnchner Krankenh\u00e4user mit COVID Patienten zum 31. Juli (blau) und 20. Oktober (rot)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Danach liegen gegenw\u00e4rtig 97 COVID-Patienten in normalen Krankenhausbetten und 17 Patienten in Intensivbetten der M\u00fcnchner Krankenh\u00e4user, davon <strong>14 mit Beatmung<\/strong> (jeweils einschlie\u00dflich Verdachtsf\u00e4lle). Um diese Werte in das richtige Verh\u00e4ltnis zu setzen, ist die Aussage des Kreisverwaltungsreferats zu ber\u00fccksichtigen, wonach die M\u00fcnchner Kliniken insgesamt \u00fcber <strong>498 Intensivbetten mit Beatmung<\/strong> verf\u00fcgen. Damit gibt die Lage in den Krankenh\u00e4usern M\u00fcnchens zur Zeit &#8222;<em>nicht einmal im Ansatz Anlass zur Besorgnis<\/em>&#8220; (O-Ton des Referenten).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der weiteren Kernfragen betrifft die Lage an den Schulen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"587\" src=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1-1024x587.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-508\" srcset=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1-1024x587.png 1024w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1-300x172.png 300w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1-768x440.png 768w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1-1200x688.png 1200w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/2020-10-22-1.png 1336w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Das aktuelle Infektionsgeschehen in M\u00fcnchens KITAs, Schulen, Pflegeheimen, Krankenh\u00e4user, etc. Bei Schulen und KITAs wird in dieser Darstellung jeweils die Anzahl der betroffenen Klassenverb\u00e4nde bzw. Gruppen angegeben und nicht der gesamten Einrichtungen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch hier ist die ver\u00e4nderte Lage durch die zweite Welle klar zu erkennen. Gab es kurz vor den gro\u00dfen Ferien nur eine Schulklasse bzw. sieben KITA-Gruppen mit Corona-F\u00e4llen, ist die Zahl inzwischen auf 74 Klassen bzw. 18 Gruppen angestiegen. Allerdings wird das Gesamtbild nur dann deutlich, wenn man die Werte ins Verh\u00e4ltnis zur Gesamtzahl von ca. 5000 Schulklassen und ca. 3000 KITA-Gruppen in M\u00fcnchen setzt. Damit sind etwa <strong>1,5% der Schulklassen und 0.6% der KITA-Gruppen betroffen<\/strong>. Die Ank\u00fcndigung der Stadt, in den Grundschulen bis auf Weiteres auf eine Maskenpflicht f\u00fcr die Kinder zu verzichten, wurde im Stadtrat mit allgemeiner Zustimmung aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich problematischer erscheint mir die Beobachtung, dass inzwischen wieder in sieben station\u00e4ren Pflegeeinrichtungen und in zwei Einrichtungen des betreuten Wohnens Infektionen aufgetreten sind. Wenn man die exponentielle Altersabh\u00e4ngigkeit des mit der Krankheit verbundenen Risikos betrachtet, vgl. die dazu von Prof. Drosten empfohlene <a href=\"https:\/\/www.medrxiv.org\/content\/10.1101\/2020.07.23.20160895v5.full.pdf\">Metastudie<\/a>, sind genau hier weitere Opfer zu erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ergibt sich jetzt aus den obigen Zahlen ? Ohne Zweifel ist die <strong>aktuelle<\/strong> Lage in M\u00fcnchen trotz hoher Infektionszahlen sehr entspannt, deutlich entspannter als bei gleichen Infektionszahlen in der ersten Welle. Das liegt, wie inzwischen allgemein bekannt, im Wesentlichen an zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; es wird mehr getestet und damit stehen hohen Infektionszahlen im Verh\u00e4ltnis weniger tats\u00e4chlich Erkrankte gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; die Altersstruktur der Infizierten ist  &#8211; noch &#8211; g\u00fcnstiger als in der ersten Welle, da bislang weniger \u00e4ltere Personen erkrankt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings ist es eine der Lehren aus den vergangenen Monaten, dass sich die Situation sehr schnell \u00e4ndern kann. Schaut man sich beispielsweise den Anstieg der Inzidenz in M\u00fcnchen an und vergleicht das mit der Auslastung der Intensivstationen, kann man eine grobe Absch\u00e4tzung f\u00fcr den weiteren Verlauf bei unver\u00e4nderter Infektionsentwicklung vornehmen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die 7-Tage Inzidenz hat sich in M\u00fcnchen <strong>innerhalb der letzten 15 Tage verdoppelt<\/strong>. Nimmt man an, dass sich die Belegung der Intensivstationen ausgehend von dem gegenw\u00e4rtig sehr niedrigen Niveau (14 beatmete Patienten)  in gleichen Zeitr\u00e4umen verdoppelt, dauert es nur etwa 75 Tage, bis 450 beatmete Patienten auf den Intensivstationen der M\u00fcnchner Kliniken liegen und die Kapazit\u00e4t damit quasi ausgesch\u00f6pft ist. Das ist in etwa der Zeitraum bis Weihnachten. Keine sch\u00f6nen Aussichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob das wirklich so eintritt, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab, insbesondere den Verhaltens\u00e4nderungen der M\u00fcnchner, sei es durch Einsicht oder durch Zwang. Auch davon wurde in der Vollversammlung berichtet. <strong>1,4 Mio EUR Bu\u00dfgelder<\/strong> hat das Kreisverwaltungsreferat in den letzten Monaten verh\u00e4ngt. Ob das wirkt, bleibt abzuwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht abwarten sollte die Stadtverwaltung bei der z\u00fcgigen Weiterentwicklung ihrer Teststrategie. Zwar wird das Personal zur Nachverfolgung der Infektionen bereits ebenso erh\u00f6ht wie die Testkapazit\u00e4ten. Die oben genannten Zahlen von 1000 &#8211; 2000 Tests pro Tag zeigen aber, dass eine regelm\u00e4\u00dfige Testung der etwa <a href=\"https:\/\/www.wohnen-im-alter.de\/einrichtung\/pflegeheim\/muenchen\">6000 Mitarbeiter aller 70 Pflegeheime der Stadt<\/a> in weiter Ferne liegt. W\u00fcrde jeder Mitarbeiter zweimal die Woche getestet, w\u00e4ren das 12000 Test pro Woche, d.h. quasi die gesamte aktuelle Testkapazit\u00e4t in der Stadt. Die neuen Schnelltests, deren baldigen Einsatz das Gesundheitsreferat in der Vollversammlung angek\u00fcndigt hat, k\u00f6nnen hier vielleicht Entlastung bringen und dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko f\u00fcr Hochrisikopatienten in Pflegeheimen aber auch bei der h\u00e4uslichen Pflege zu verringern. <\/p>\n\n\n\n<p>Das wird entscheidend sein. Denn anders als es viele \u00c4u\u00dferungen aus der Bundes- und Landespolitik glauben machen wollen, kann die Ausbreitung des Virus in der Gesamtbev\u00f6lkerung mit all den getroffenen Ma\u00dfnahmen wohl nicht mehr verhindert, sondern nur verlangsamt werden, <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/leben-und-gesellschaft\/epidemiologe-klaus-stoehr-zur-corona-pandemie-als-naturereignis-nicht-zu-stoppen-100.html\">vgl. dieses von Prof. Drosten empfohlene Interview<\/a>. Auch ein Lockdown w\u00fcrde daran nur zeitweise etwas \u00e4ndern &#8211; bei maximalem Schaden f\u00fcr Kindererziehung und Wirtschaft, um nur die wichtigsten Aspekte zu nennen. Das von der Pandemie verursachte Leid und die Belastung des Gesundheitssystems muss deshalb auch in M\u00fcnchen dadurch verringert werden, dass der Virus durch st\u00e4ndige und umfangreiche Tests von den besonders gef\u00e4hrdeten M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchnern ferngehalten wird &#8211; jedenfalls solange, bis ein wirksamer Impfstoff verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich \u00fcber die Corona-Lage in M\u00fcnchen informieren will, findet auf muenchen.de gut aufbereitete Informationen. Der Verlauf der Infektionszahlen in der ersten und zweiten Welle l\u00e4sst sich dort tagesgenau verfolgen, ebenso die lokale 7-Tage Inzidenz sowie die Altersverteilung der Infizierten und die Anzahl der an der Pandemie verstorbenen Mitb\u00fcrger. 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