{"id":2059,"date":"2021-10-14T15:54:08","date_gmt":"2021-10-14T15:54:08","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtratsberichte.de\/?p=2059"},"modified":"2021-10-15T18:19:51","modified_gmt":"2021-10-15T18:19:51","slug":"homeoffice-in-der-stadtverwaltung-attraktiv-und-produktiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stadtratsberichte.de\/?p=2059","title":{"rendered":"Homeoffice in der Stadtverwaltung &#8211; attraktiv und produktiv?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wie viele (B\u00fcro-) Arbeitnehmer sind auch die Angestellten der Stadtverwaltung im M\u00e4rz 2020 von einem Tag auf den anderen ins Homeoffice geschickt worden. In der damaligen Dienstanweisung hie\u00df es:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eab dem 19.03.2020 [sollen] alle Besch\u00e4ftigten in Absprache mit der Dienststelle grunds\u00e4tzlich [&#8230;] von zu Hause arbeiten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Abklingen der Pandemie stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Ist Homeoffice nach eineinhalb Jahren immer noch sinnvoll? Wenn ja, in welchem Umfang? Kann man damit Kosten sparen? Die Rathauskoalition aus Gr\u00fcnen und SPD hat bereits im Herbst 2020 einen l\u00e4ngeren <a href=\"https:\/\/www.ris-muenchen.de\/RII\/RII\/DOK\/SITZUNGSVORLAGE\/6826823.pdf\">Antrag<\/a> zu diesem Thema gestellt. Darin wird verlangt, flexibles Homeoffice dauerhaft zu erm\u00f6glichen, zusammen mit folgende Forderungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8222;2.  Die bestehenden B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze (ausgenommen Lehr- und Erziehungsdienst) der Landeshauptstadt M\u00fcnchen werden um mindestens 15 Prozent gek\u00fcrzt. [&#8230;..]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>3. Die aktuellen Kosten f\u00fcr Anmietung \/ Bewirtschaftung von B\u00fcroarbeitspl\u00e4tzen bei der Landeshauptstadt M\u00fcnchen werden um mindestens 20 Prozent gek\u00fcrzt.<\/em>&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Referat f\u00fcr Verwaltung und Personal hat dazu f\u00fcr die gestrige Ausschusssitzung eine umfangreiche <a href=\"https:\/\/www.ris-muenchen.de\/RII\/RII\/DOK\/SITZUNGSVORLAGE\/6826799.pdf\">Vorlage<\/a> erarbeitet. Das Thema Homeoffice wird darin von allen Seiten beleuchtet. Eine wichtige Frage bleibt jedoch unbeantwortet.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Umfang von Homeoffice in der st\u00e4dtischen Verwaltung w\u00e4hrend der Pandemie zeigen folgende Daten, die in einer <a href=\"https:\/\/www.ris-muenchen.de\/RII\/RII\/DOK\/SITZUNGSVORLAGE\/6826831.pdf\">Anlage<\/a> zur Vorlage zu finden sind:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-1024x212.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2077\" width=\"768\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-1024x212.png 1024w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-300x62.png 300w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-768x159.png 768w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-1536x318.png 1536w, https:\/\/stadtratsberichte.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-10-14-2048x424.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber 16 Kalenderwochen hinweg lassen sich kaum Ver\u00e4nderungen im Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung beobachten. Ein gro\u00dfer Teil arbeitet mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus hat das Personalreferat eine Umfrage durchgef\u00fchrt, an der sich mehr als 6000 Personen beteiligt haben. Die Erfahrung mit Homeoffice werden zu 90% als gut bezeichnet. Die M\u00f6glichkeit, auf diese Weise zu arbeiten, halten \u00fcber 76% des Personals f\u00fcr wichtig, damit die Stadt M\u00fcnchen ein attraktiver Arbeitgeber ist. Allerdings zeigt die Umfrage auch die Nachteile von Homeoffice. Neben technischen Problemen mit der IT sind dies in erster Linie die mangelnde Kommunikation untereinander und die Bef\u00fcrchtung, die eigenen Leistungen w\u00fcrden nicht mehr richtig wahrgenommen. Insgesamt l\u00e4sst die Befragung aber keinen Zweifel daran, dass Homeoffice aus Sicht des Personals auch in Zukunft eine Option sein sollte &#8211; unabh\u00e4ngig von der Pandemielage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur: bleibt dabei auch die Leistungsf\u00e4higkeit der Verwaltung erhalten? Diese Frage wurde weder in der Vorlage noch in der Umfrage untersucht. Zwar haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angegeben, dass viele Kontakte mit &#8222;Kunden&#8220; \u00fcber Telefon und \/ oder Videokonferenz abgewickelt k\u00f6nnten. Ob die Produktivit\u00e4t des Personals der Stadtverwaltung durch Homeoffice insgesamt steigt oder sinkt, wird damit nicht gekl\u00e4rt. Zweifel klingen allerdings durch, wenn &#8211; wie am Rande der Auswertung der Umfrage erw\u00e4hnt &#8211; obere F\u00fchrungsebenen teilweise fordern, nach Corona zu 100% Pr\u00e4senz zur\u00fcckzukehren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus meiner Sicht w\u00e4re eine breit angelegte Nachfrage zur Einsch\u00e4tzung der Produktivit\u00e4t auf verschiedenen Stufen der Stadtverwaltung sinnvoll, um ein vollst\u00e4ndiges Bild \u00fcber die Vor- und Nachteile von Homeoffice zu erhalten. Ohne diese Information sollte der Stadtrat keine Entscheidung treffen, in welchem Umfang Homeoffice nach der Pandemie weiter fortgef\u00fchrt werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Homeoffice auch in Zukunft in gro\u00dfem Umfang erhalten bleibt, sind erhebliche Einsparungen m\u00f6glich. Hierzu enth\u00e4lt die Vorlage klare Vorstellungen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise im Homeoffice arbeiten, werden sich in Zukunft verst\u00e4rkt B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze teilen m\u00fcssen &#8211; im Neudeutsch der Vorlage wird das als &#8222;Zellenb\u00fcro-Desksharing, ZDS&#8220; bezeichnet. In fast allen Referaten sollen durch ZDS 15% der B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze wegfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reaktionen der Referatsleitungen zu diesen Pl\u00e4nen reichen von <a href=\"https:\/\/www.ris-muenchen.de\/RII\/RII\/DOK\/SITZUNGSVORLAGE\/6826877.pdf\">kritischer Zustimmung<\/a> bis zu <a href=\"https:\/\/www.ris-muenchen.de\/RII\/RII\/DOK\/SITZUNGSVORLAGE\/6826879.pdf\">v\u00f6lliger Ablehnung<\/a>. In der Tat sind die Voraussetzungen sehr verschieden.  In Referaten mit viel Publikumsverkehr wie dem Sozialreferat gibt es sicher weniger M\u00f6glichkeiten zum dauerhaften Homeoffice als in der Stadtk\u00e4mmerei. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ausschuss am vergangenen Mittwoch hat sich mit diesen Einw\u00e4nden ebenso wenig besch\u00e4ftigt wie mit der oben gestellten Frage nach den Folgen von Homeoffice f\u00fcr die Produktivit\u00e4t der Stadtverwaltung. Die Vorlage wurde nach kurzer Debatte ohne \u00c4nderung einstimmig verabschiedet. Dem liegt offensichtlich die Auffassung zugrunde, dass der Istzustand beim Homeoffice mehr oder weniger unumkehrbar ist und lediglich sichergestellt werden soll, dass m\u00f6gliche Einsparungen durch den Abbau von B\u00fcroarbeitspl\u00e4tzen auch tats\u00e4chlich realisiert werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Leistungsf\u00e4higkeit der Stadtverwaltung dabei nicht auf der Strecke bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 1. Quartal 2022 wird es zu diesem Thema eine weitere Vorlage geben. Dar\u00fcber werde ich berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ebenso wie viele (B\u00fcro-) Arbeitnehmer sind auch die Angestellten der Stadtverwaltung im M\u00e4rz 2020 von einem Tag auf den anderen ins Homeoffice geschickt worden. 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